Manchmal begegnen dir im Studium Menschen, bei denen du das Gefühl hast, sie wurden von Gott zu dir geschickt.. Sie sind einfach da, und du weißt: Hier möchte Gott jemanden erreichen.
Ich bin Linda von Campus Connect in Deggendorf. Wir sind ein kleines Team von fünf oder sechs christlichen Studierenden, und wir sind ehrlich gesagt keine geborenen Missionare. Wir gehen nicht auf den Campus, um laute Straßenmission zu machen oder uns plakativ in den Vordergrund zu stellen. Wir sind eher der Typ Mensch, der gut im Zuhören und im tiefen Gespräch ist. Und genau das haben wir als unseren Schlüssel entdeckt.
Raum für ehrliche Fragen
Obwohl wir nur wenige Christen sind, kommen zu unseren Treffen im Schnitt um die 20 Leute. Was uns immer wieder zurückgemeldet wird: Viele Studierende suchen an der Hochschule einen Ort, an dem es mal nicht ums Trinken und Feiern geht. Einen Raum, wo man tiefere Beziehungen bauen kann, wo man ehrliche Fragen stellen und einander wirklich kennenlernen kann. Und diesen Raum versuchen wir zu schaffen.
In den letzten Semestern ist uns etwas Faszinierendes aufgefallen: Obwohl wir eher introvertiert sind, werden wir mit Menschen versorgt, die Interesse am Glauben haben. Es fühlt sich an, als würde Gott sie uns schicken, ohne dass wir uns aufdrängen müssen. Wir beten einfach sehr viel darum und Gott schickt immer wieder neue Personen.
Ein wunderbares Beispiel dafür ist Malik (Name geändert). Er hat einen muslimischen Hintergrund und ist seit fast zwei Jahren bei uns dabei. Er kommt regelmäßig zu Campus Connect und besucht Sonntags sogar einen Gottesdienst und ist Teil eines Hauskreises. Er steht zu seiner Religion, hat aber ein großes Interesse am Christentum. Und das Spannende: Er bringt immer wieder Freunde mit, die ebenfalls kritische oder neugierige Fragen haben.
Eine Begegnung, die alles verändert
Letzte Woche hatten wir wieder so eine Situation. Malik brachte Omar (Name geändert) mit, erst in die Gemeinde und dann zwei Tage später zu unserem Campus Connect Abend. Wir hatten eine Missionarin für muslimische Kontexte eingeladen, die zum Thema „Jesus ist die Tür“ sprach. Im Anschluss teilten wir uns in Kleingruppen auf.
In meiner Gruppe war Omar lange Zeit still. Während alle anderen viel erzählten, beobachtete er nur. Irgendwann fragte ich ihn, wie er eigentlich aufgewachsen sei. Er erzählte, dass er muslimisch erzogen wurde und nichts über das Christentum wusste, aber jetzt gerne die Grundlagen lernen wolle.
Ich fragte ihn, ob wir ihm das erklären dürften. Er antwortete nur: „Genau dafür bin ich ja da, voll gerne.“
Die größte Überraschung kam, als ich ihn fragte, ob er wisse, wer Jesus ist. Er sagte „Nein“. Es stellte sich heraus, dass er den Namen „Isa“ kannte, aber Jesus noch nie gehört hatte. Ich hatte noch nie jemanden getroffen, der so offen war, aber wirklich absolut gar nichts vom Evangelium wusste. Ich war so froh, dass er den Weg zu uns gefunden hatte und wir ihm nun von Jesus erzählen durften!
Wir konnten die Zeit gut nutzen. Ich erklärte ihm das Evangelium, und er stellte genau die richtigen, tiefen Fragen:
„Was bedeutet das Kreuz für euch?“
„Wer hat Jesus umgebracht?“ (Wobei wir betonen konnten, dass Jesus sein Leben freiwillig hingegeben hat.)
„Wann und wie betet ihr?“
Er fragte nach der Dreieinigkeit.
Sein Interesse war schön zu erleben. Er kam aus sich selbst heraus und stellte Fragen, auf die wir mit Freude antworten konnten.
Ich denke, das ist eine große Ermutigung für alle CONNECT-Gruppen, besonders für jene, die sich selbst nicht als „extrovertiert“ bezeichnen würden:
Wenn wir beten, schickt Gott die Menschen. Wir müssen uns nur zur Verfügung stellen und bereit sein, von unseren Erfahrungen mit ihm zu erzählen.
Wir konnten Omar von der Bibel-App erzählen und werden ihm beim nächsten Treffen eine Bibel mitbringen. Spannenderweise war an diesem Abend auch noch jemand dabei, der zufällig seine Muttersprache sprach und sich am Ende noch länger mit ihm unterhalten konnte. Gott hat wirklich alles zusammengefügt.
Ich bin gespannt, wie es mit Omar weitergeht. Ich bin mir sicher: In Gottes Reich gibt es keine Zufälle. Gott hat diese Begegnung vorbereitet und wir beten weiterhin für ihn.
Nutz dieses Erlebnis als Inspiration dafür zu beten, dass Gott dir Menschen über den Weg schickt, die offen sind, von ihm zu hören. Ich habe noch nie erlebt, dass so ein Gebet unerhört bleibt. Und dann halte die Augen offen, um zu sehen, welche Möglichkeiten Gott schafft.



