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JESUS WIRD GEBOREN

Die Weihnachtsgeschichte frei nach Lukas

„Es begab sich aber zu der Zeit…“ Vielleicht kommt dir das bekannt vor? So fängt in Kapitel 2 vom Lukasevangelium der Bericht von Jesu Geburt an. Wie würde es wohl aussehen, wenn Lukas heute einen Brief an seinen Freund Teophilus geschrieben hätte? Vielleicht ja so:

Lieber Teophilus.

Nachdem ich dir die Ereignisse um die Geburt von Johannes dem Täufer beschrieben habe, will ich dir jetzt genau berichten, wie Jesus geboren wurde:

Die folgenden Ereignisse fanden etwa zur gleichen Zeit statt, wie die Geburt von Johannes. Wie du weißt, hatte der Kaiser Augustus die Verwaltung der römischen Welt neu organisiert und so gab es auch in Judäa eine Steuerschätzung nach römischer Vorgabe. Wahrscheinlich hast du von der großen Steuerschätzung vom syrischen Statthalter Quirinius gehört? Dass Judäa damals endgültig in eine römische Provinz umgewandelt wurde und die daraus resultierenden Unruhen sind dir bestimmt bekannt – wir haben ja heute noch mit den Folgen zu tun… Die Steuerschätzung, die ich meine, war etwas vorher.

So eine Steuererklärung muss immer persönlich eingereicht werden. (Wie das funktioniert muss ich dir aber nicht erklären, das machst du doch wahrscheinlich genauso, oder?) Also musste sich jetzt auch Joseph aus Galiläa auf die Reise machen, er war nämlich ein Nachfahre von König David (einen Stammbaum füge ich dir in einem meiner nächsten Briefe mit an). Er lebte mit seiner Frau Maria (das ist die Maria vom letzten Mal, die mit dem Engel!) in Nazareth, aber weil die Familie ursprünglich aus Betlehem kommt (die Stadt wird immer noch „Stadt Davids“ genannt), lag seine Steuerliste dort. Maria war inzwischen hochschwanger.

Als die beiden angekommen waren, war auch die Zeit für die Geburt gekommen. Leider waren bei der Familie die Gästezimmer schon belegt, so dass Maria und Joseph im Hauptraum bei den Tieren unterkommen mussten. Dort wurde dann auch Marias erster Sohn geboren und sie wickelte ihn in Windeln und funktionierte einen Futtertrog zum Bettchen für den Kleinen um.

In der Gegend arbeiteten auch einige Hirten, die die Nachtschicht übernommen hatten und auf die Herde aufpassten. Ein Engel des Herrn kam zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie. Verständlicherweise bekamen die Hirten es mit der Angst zu tun, sie gerieten richtig in Panik. Da sagte der Engel zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.“ Und plötzlich war der Engel nicht mehr alleine, sondern eine ganze himmlische Armee war erschienen. Diese Armee lobte Gott und rief: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“

Als die Engel dann in den Himmel hinauf verschwanden, beschlossen die Hirten, nach Betlehem zu gehen und die Sache selbst zu begutachten. So fanden sie dann auch Maria, Joseph und das Kind im Futtertrog. Sie erzählten, was sie erlebt hatten und alle Anwesenden wunderten sich sehr. Maria merkte sich jedes Wort und erinnerte sich auch später immer wieder daran. Dann mussten sich die Hirten wieder zurück an die Arbeit machen und lobten dabei Gott für alles, was sie gerade erlebt hatten.

Das waren die Ereignisse um die Geburt von Jesus. Beim nächsten Mal berichte ich dir dann aus seiner Kindheit. Und auch von Johannes gibt es noch mehr zu erzählen. Aber für heute soll es erstmal bis hierher reichen.

Liebe Grüße und Gottes Segen,

Lukas.

Du möchtest jetzt wissen, wie es mit Jesus weitergeht? Dann lies doch einfach mal das Lukasevangelium in deiner Bibel! Die gibt es auch online (z.B. hier) und als App für’s Smartphone (z.B. die YouVersion).

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Martin Böngeler

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